Ambulanter Pflegedienst: Professionelle Hilfe für zu Hause
Wenn Angehörige die Pflege nicht mehr alleine bewältigen können oder berufstätig sind, ist ein ambulanter Pflegedienst oft die beste Lösung. Die professionellen Pflegekräfte kommen direkt zu Ihnen nach Hause und unterstützen bei der Körperpflege, der Ernährung oder medizinischen Tätigkeiten. Das Ziel ist es, dem Pflegebedürftigen so lange wie möglich das Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.
In diesem Ratgeber klären wir, welche Aufgaben der Pflegedienst übernimmt und wie die Pflegekasse die Kosten durch sogenannte Pflegesachleistungen abdeckt.
💡 Das Wichtigste in Kürze
- Das Budget: Die Pflegekasse zahlt für Pflegedienste ein monatliches Budget von bis zu 2.200 € (Pflegesachleistungen).
- Medizinische Pflege: Leistungen wie Wundversorgung oder Medikamentengabe zahlt die Krankenkasse, ohne dass Ihr Pflege-Budget belastet wird (HKP).
- Kombinationsleistung: Teilen Sie sich die Pflege mit einem Pflegedienst, zahlt die Kasse Ihnen das restliche Budget anteilig als Pflegegeld aus.
- Kostenlose Hilfsmittel: Auch wenn ein Pflegedienst kommt, behalten Sie den vollen Anspruch auf die 42€ Pflegebox (z.B. für Bettschutzeinlagen).
Welche Aufgaben übernimmt der ambulante Pflegedienst?
Die Leistungen von ambulanten Pflegediensten lassen sich grob in drei große Bereiche unterteilen:
1. Grundpflege (Körperbezogene Pflegemaßnahmen)
Hierbei handelt es sich um wiederkehrende Tätigkeiten im Alltag. Dazu zählen das Waschen, Duschen, Zähneputzen, das An- und Auskleiden sowie Hilfe beim Toilettengang oder das Wechseln von Inkontinenzmaterial. Auch das Anreichen von Mahlzeiten fällt darunter. (Kostenübernahme: Pflegekasse via Pflegesachleistung)
2. Häusliche Krankenpflege (HKP / Behandlungspflege)
Hier geht es um streng medizinische Leistungen, die vom Arzt verordnet werden müssen. Typische Beispiele sind der Wechsel von Wundverbänden, das Setzen von Injektionen (z. B. Insulin), das Anziehen von Kompressionsstrümpfen oder das Richten von Medikamenten. (Kostenübernahme: Krankenkasse per ärztlicher Verordnung)
3. Hauswirtschaftliche Versorgung & Betreuung
Viele Dienste bieten auch an, die Wohnung zu reinigen, die Wäsche zu waschen, einzukaufen oder den Patienten zum Arzt zu begleiten. (Kostenübernahme: Oft über den Entlastungsbetrag von 131 € abrechenbar)
Die Pflegesachleistungen: Wer zahlt den Pflegedienst?
Beauftragen Sie einen Pflegedienst mit der Grundpflege, rechnet dieser seine Leistungen direkt mit der Pflegekasse ab. Das hierfür bereitgestellte Budget nennt sich Pflegesachleistung.
Die Höhe richtet sich nach dem Pflegegrad (Stand 2026):
- Pflegegrad 1: Kein Sachleistungsbudget (nur 131 € Entlastungsbetrag)
- Pflegegrad 2: 760 € monatlich
- Pflegegrad 3: 1.431 € monatlich
- Pflegegrad 4: 1.778 € monatlich
- Pflegegrad 5: 2.200 € monatlich
Reichen diese Budgets nicht aus, um die gewünschten Einsätze des Pflegedienstes zu decken, müssen Sie die Differenz (den Eigenanteil) privat bezahlen.
Der clevere Weg: Die Kombinationsleistung
In der Realität übernehmen meist die Angehörigen den Großteil der Pflege, während der Pflegedienst nur für schwere Aufgaben (z. B. das morgendliche Waschen) hinzugezogen wird. Das Sachleistungs-Budget wird dann oft nicht voll ausgeschöpft.
Damit dieses Geld nicht verfällt, gibt es die Kombinationsleistung: Nutzen Sie das Budget des Pflegedienstes nur zu einem bestimmten Prozentsatz, wird Ihnen der restliche Prozentsatz als Pflegegeld bar auf Ihr Konto überwiesen!
Beispiel bei Pflegegrad 3: Der Pflegedienst verbraucht für seine Einsätze 715,50 € (Das sind exakt 50 % des Sachleistungsbudgets von 1.431 €). Dadurch stehen Ihnen noch die restlichen 50 % des Pflegegelds (572 €) zu. Die Kasse überweist Ihnen also monatlich 286 € zur freien Verfügung auf Ihr Konto.
Wichtig: Vergessen Sie Ihre 42-Euro-Pauschale nicht!
Viele Angehörige glauben fälschlicherweise, dass sie keinen Anspruch auf Pflegehilfsmittel haben, wenn ein professioneller Pflegedienst im Haus ist. Das ist falsch!
Der Pflegedienst bringt seine eigenen Handschuhe mit – aber was ist, wenn der Pflegedienst abends weg ist? Wenn Sie am Wochenende oder nachts selbst die Pflege übernehmen (oder ein Malheur im Bett passiert), brauchen Sie eigene Hilfsmittel.
Sie haben weiterhin vollen Anspruch auf die kostenlose 42-Euro-Pflegebox!
Beziehen Sie über CareBoxx ganz unbürokratisch:
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