Thromboseprophylaxe: Blutgerinnsel sicher verhindern
Eine tiefe Venenthrombose (TVT) – ein Blutgerinnsel in einer tiefen Beinvene – ist eine ernstzunehmende Komplikation bei bettlägerigen Pflegebedürftigen. Löst sich das Gerinnsel und wandert in die Lunge, entsteht eine lebensbedrohliche Lungenembolie. Die wichtigste Maßnahme dagegen ist konsequente Bewegung und Aktivierung.
💡 Das Wichtigste in Kürze
- Bewegung ist Schutz: Selbst kleine Bewegungen (Fußpumpen im Bett) halten das Blut in Fluss.
- Ausreichend trinken: Flüssigkeitsmangel verdickt das Blut und erhöht das Thromboserisiko massiv.
- Kompressionsstrümpfe: Auf Rezept verordnbar, drücken das Blut aktiv in Richtung Herz.
- Medikamente: Bei hohem Risiko verordnet der Arzt blutverdünnende Spritzen (Heparin).
1. Warum Bettlägerigkeit so gefährlich ist
Unsere Beinvenen haben keine eigene Pumpleistung. Das Blut wird durch die rhythmischen Kontraktionen der Beinmuskeln beim Gehen zurück zum Herz "gemolken" (Muskelpumpe). Fällt diese Pumpe weg (weil der Patient liegen muss), verlangsamt das Blut in den Venen – das ideale Milieu für Gerinnsel.
Risikogruppen:
- Bettlägerige Patienten nach Operationen
- Patienten mit Herzinsuffizienz oder Krebs
- Patienten mit stark eingeschränkter Mobilität (nach Schlaganfall, bei MS)
- Patienten mit vorherigen Thrombosen
2. Bewegungsübungen im Bett (Aktivierung der Muskelpumpe)
Führen Sie diese Übungen mehrmals täglich mit dem Patienten durch:
Fuß-Pump-Übung:
- Patient liegt auf dem Rücken
- Füße abwechselnd in Richtung Schienbein ziehen (Zehen zur Nase) und dann wegstrecken (Ballerina-Position)
- Je 20 Mal pro Bein, mehrmals täglich
Kreisbewegungen:
- Mit dem Fuß große, langsame Kreise beschreiben (10x im Uhrzeigersinn, 10x gegen den Uhrzeigersinn)
Knie anziehen:
- Wenn möglich, Knie einzeln zur Brust ziehen und kurz halten
3. Kompressionsstrümpfe
Medizinische Kompressionsstrümpfe (MKS) üben von außen Druck auf die Venen aus und unterstützen so den Blutfluss zurück zum Herz. Sie werden in Kompressionsklassen eingeteilt (I bis IV).
Wichtig beim Anziehen:
- Morgens, bevor der Patient aufsteht, anziehen (wenn die Beine noch nicht angeschwollen sind)
- Auf Druckstellen oder Abschnürungen achten
- Abends vor dem Schlafen ausziehen und Haut begutachten
(Der Arzt kann medizinische Kompressionsstrümpfe auf Rezept verordnen – die Krankenkasse bezahlt).
4. Ausreichend Flüssigkeit sicherstellen
Dehydrierung ist ein unabhängiger Risikofaktor für Thrombosen. Das Blut wird dicker und gerinnungsfreudiger.
- Tipp: Stellen Sie morgens eine große Kanne Wasser (1,5 Liter) sichtbar hin und überprüfen Sie abends, ob sie geleert wurde.
- Trinken Sie gemeinsam mit dem Patienten.
Ihre CareBoxx für die tägliche Pflege
Die tägliche Thromboseprophylaxe erfordert regelmäßigen Körperkontakt (Bewegungsübungen, Strümpfe anziehen). Schützen Sie sich und den Patienten mit Ihrer monatlichen 42€-Pflegebox:
- Einweghandschuhe: Für die Körperpflege und das Anlegen von Verbänden.
- Händedesinfektion: Nach jedem Pflegekontakt unverzichtbar.
- Bettschutzeinlagen: Hygienischer Schutz für das Pflegebett.




