Krankheitsbilder & Pflege
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Pflege bei COPD: Praxistipps & Hilfsmittel

Umfassende und verlässliche Informationen für den Pflegealltag.

Pflege bei COPD: Praxistipps und Hilfe für die Pflegeplanung


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Einleitung

Pflege bei COPD: Praxistipps und Hilfe für die Pflegeplanung Melanie Thalheim Freie Journalistin, die sich auf verständliche Beiträge zu Medizin, Gesundheit und Pflege spezialisiert und diese Themen in die öffentliche Diskussion bringt. ### Das Wichtigste in Kürze

Der größte Risikofaktor an COPD zu erkranken, ist das Rauchen. COPD ist nicht heilbar. Medikamente und Therapien können den Fortschritt der Erkrankung verlangsamen. COPD-Patienten können eine Reha beantragen. Viele pflegerische Maßnahmen und Atemübungen können Angehörige mit dem Patienten gut zuhause durchführen. Das Wichtigste in Kürze Was ist COPD? Behandlung Pflege der COPD-Betroffenen – Rehabilitationsmaßnahmen Pflegehilfsmittel bei COPD Pflegerische Maßnahmen und Pflegeplanung Atemübungen bei COPD Verwandte CareBoxx Ratgeber Pflege nach Schlaganfall Pflege bei Krebs Pflege nach Herzinfarkt Pflege bei Parkinson Pflege bei Chorea Huntington Pflege bei Depression Pflege bei Diabetes Pflege bei Angststörung Pflege bei Inkontinenz Pflege bei Dekubitus Pflege bei Dysphagie Pflege...


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Was ist COPD?

Unter dem Begriff COPD sind mehrere Untergruppen von Lungenerkrankungen zusammengefasst. Die zwei häufigsten Formen sind diese: Inhalte dieses Themas

COPD mit chronischer Bronchitis

Die Atemwege (bestehend aus Bronchien und Bronchiolen) sind bei einer chronischen Bronchitis dauerhaft entzündet. Dadurch können sich die Atemwege verengen, was man als obstruktive Bronchitis bezeichnet. COPD äußerst sich zu Anfang häufig in dieser Form.

COPD mit Lungenemphysem

Erweitern sich zusätzlich dauerhaft die Lungenbläschen (Alveolen), führt dies zu einer Zerstörung des Lungengewebes. Somit steht weniger Fläche für den Gasaustausch zur Verfügung, es gelangt zunehmend zu wenig Sauerstoff ins Blut. In diesem Fall kann die künstliche Zuführung von Sauerstoff nötig sein. Gefährlich ist COPD, weil die Funktion der Lunge immer weiter beeinträchtigt wird. Die Pflege von COPD-Patienten beinhaltet daher früher oder später auch fast immer die Auseinandersetzung mit einer nicht-invasiven Beatmung. Diese kann man auch im Rahmen der häuslichen Pflege zu Hause anwenden. 💡 Gut zu wissen: COPD liegt mit mehr als drei Millionen Todesfällen weltweit pro Jahr auf dem dritten Platz der häufigsten Todesursachen. Nur koronare Herzerkrankungen und Schlaganfälle sorgen für noch hö...

Ursachen

Ein Großteil der COPD-Patienten hat selbst lange Zeit aktiv oder passiv geraucht. Auch Menschen, die beruflich oder an ihrem Wohnort viel Staub, starken Abgasen, Dämpfen, Rauch oder hoher Luftverschmutzung ausgesetzt waren, erkranken häufiger. Seltener entsteht COPD durch vorangegangene Lungenerkrankungen oder durch eine zu frühe Geburt. 💡 Gut zu wissen: Mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an COPD zu erkranken, stark an. Das Durchschnittsalter für die Diagnose liegt laut Statistischem Bundesamt bei 70,5 Jahren. Angebot...

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Behandlung

Je früher die Diagnose feststeht, desto besser kann man den Fortschritt der Erkrankung aufhalten. Leider suchen viele rauchende COPD-Patienten erst relativ spät einen Arzt auf. Die Krankheit entwickelt sich schleichend. Viele (ehemalige) starke Nikotinkonsumenten sind an Husten, Verschleimung und Kurzatmigkeit gewöhnt und werten diese Symptome als normale Begleiterscheinung. Etwa 27 Prozent der Männer und 20,8 Prozent der Frauen in Deutschland rauchen. * Wie viele davon an COPD erkranken, ist nicht eindeutig belegt. Verschiedene Studien nennen Zahlen von 50 bis 80 Prozent. Zwar kann man COPD nicht heilen, doch es gibt eine Vielzahl an medikamentösen Therapien und anderen Behandlungen, um die Symptome zu lindern. Häufig eingesetzte Medikamente: Mukopharmaka : Durch sie löst sich der Schleim...

Pflege der COPD-Betroffenen – Rehabilitationsmaßnahmen

Unter Umständen können COPD-Patienten eine Reha (Rehabilitation) in Anspruch nehmen. Sinn einer Reha ist es, chronisch kranken Personen weiterhin die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen und/oder eine drohende Behinderung abzuwenden. Aber auch für bereits Schwerkranke ist eine Reha möglich, nämlich dann, wenn die Patienten dadurch wieder eine höhere Lebensqualität gewinnen können. Die Zusage einer medizinischen Reha ist übrigens nicht von einer Berufstätigkeit abhängig. Dafür gibt es die beruflichen Rehas, die hauptsächlich die Wiederaufnahme einer Berufstätigkeit im Fokus haben. Im Rahmen der Reha bei COPD können, nach eingehender fachärztlicher Prüfung, unter anderem folgende Maßnahmen und Behandlungen verschrieben werden: Prüfung, Anpassung oder Neueinstellung der medikam...

Pflegehilfsmittel bei COPD

Spezielle Hilfsmittel können COPD-Patienten Unterstützung bei körperlichen Einschränkungen bieten oder die Begleiterscheinungen und das Fortschreiten der Krankheit reduzieren. Der behandelnde Arzt kann für Hilfsmittel ein Rezept ausstellen. In Sanitätshäusern oder bei anderen Anbietern können sich Patient und Angehörige dann zum jeweiligen Pflegeprodukt beraten lassen. Die Krankenkassen geben unter den jeweiligen Kunden-Hotlines Auskunft über die Kostenübernahme. Mögliche Hilfsmittel bei COPD: Inhalations- und Atemtherapiegeräte Sauerstoffgeräte Gehhilfen Sekretabsauggeräte Flächen – und Händedesinfektion Bettschutzeinlagen Mundschutzmasken Notrufgeräte Medizinische Messgeräte (Blutdruck, Sauerstoffsättigung etc.) Medizinische Bettwäsche Mehr über Pflegehilfsmittel erfahren → Fallbeispiel für...

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Pflegerische Maßnahmen und Pflegeplanung

Ziel der Pflege von COPD-Patienten ist es, effektiv Schmerzen und Beschwerden zu lindern, die Selbstständigkeit so weit wie möglich zu bewahren und den Krankheitsfortschritt aufzuhalten. Welche pflegerischen Maßnahmen Sie dafür anwenden, kommt individuell auf den Zustand und die Bedürfnisse Ihres Angehörigen an. Die Pflegeplanung sollten Sie daher immer wieder überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Einen besonders hohen Stellenwert bei der COPD-Pflege nimmt die Pneumonieprophylaxe ein. Durch sie können Sie einer Pneumonie (Lungenentzündung) des COPD-Patienten entgegenwirken. Inhalte dieses Themas...

Sprechen, Singen, Lachen

COPD-Patienten sollten häufig die Möglichkeit erhalten, ihre Stimme einzusetzen. Vor allem beim Singen und Lachen bekommt man nicht nur gute Laune, sondern auch viel Luft in die Lunge.

Massagen und Klopftechniken

Physiotherapeuten können Ihnen spezielle Massage- und Klopftechniken zeigen, die schleimlösend wirken können.

Hygiene und Mundgesundheit

Besonders penible Hygiene ist bei Inhalations- und Beatmungsgeräten nötig. Hier bilden sich leicht schädliche Keime. Aber auch eine gute Hand- und Oberflächenhygiene mit Desinfektionsmitteln ist ratsam. COPD-Patienten sollten regelmäßig einen Zahnarzt aufsuchen, um Infektionen im Mundraum zu vermeiden. Schlimmstenfalls könnten sich diese Bakterien auch auf die Atemwege und die Lunge ausbreiten.

Aspiration verhindern

COPD-Patienten sollten ihr Essen in kleinen, gut zu schluckenden Stückchen erhalten. Es sollten möglichst wenig Bestandteile darin enthalten sein, an denen man sich verschlucken könnte. So könnten schlimmstenfalls Fremdkörper in die Lunge gelangen und eine Lungenentzündung auslösen. Bei mangelndem Appetit beziehungsweise oder wenn das Essen zu anstrengend ist, eignen sich auch hochkalorische Drinks aus der Apotheke.

Lagerung

Die richtige Lagerung von bettlägerigen COPD-Patienten soll die Atmung erleichtern und bequem für den Patienten sein.

V-A-T-I-Lagerung

Für Patienten mit Lungenproblemen eignet sich die sogenannte V-A-T-I-Lagerung besonders gut. Sie umfasst vier Varianten und beschreibt die Position der dabei verwendeten schmalen Lagerungskissen. Ein Pflegebett bietet meist einen höheren Komfort für den Patienten und eine bessere Handhabung für die pflegende Person. V : Die Kissen liegen in V-Form unter dem Rücken, öffnen sich also nach oben und führen unter den Schulterblättern entlang. So werden besonders die Lungenflanken gut belüftet. A : Ist die umgedrehte Variante. Die Kissen liegen unter den Schulterblättern zusammen und öffnen sich nach unten. Sie eignet sich gut zur Belüftung der oberen Lunge. T : Das Rückenteil des Bettes wird dafür etwas hochgestellt. Ein Kissen liegt entlang der Wirbelsäule, das andere quer darüber in Höhe der ...

Atemübungen bei COPD

Atemtrainer und Atem-Physiotherapeuten können COPD-Patienten und ihren Angehörigen spezielle Übungen zeigen. Regelmäßig angewendet können sie viel zur Kräftigung von Lunge und Bronchien beitragen und bei akuter Atemnot helfen. Inhalte dieses Themas

Lippenbremse

Dabei liegen die Lippen geschlossen locker übereinander, man atmet über die Nase ein und lässt beim Ausatmen die Luft gegen den leichten Widerstand der Lippen vibrieren.

Atemreizgriff

Man ergreift eine Hautfalte unterhalb der Rippenbögen und zieht diese etwas vom Körper weg, während man einatmet. Beim langsamen Ausatmen lässt man die Falte wieder los.

Kutschersitz

Diese Position eignet sich besonders bei Atemnot. Der Patient sollte auf einem Stuhl sitzen, den Oberkörper vorbeugen und die Ellenbogen auf den Knien abstützen. Dann versuchen, langsam und tief ein- und auszuatmen.

Stuhlstütze

Sie wird ebenfalls auf einem Stuhl sitzend ausgeführt, allerdings sitzt man breitbeinig verkehrtherum darauf, mit der Lehne vor sich. Die Arme legt man auf die Rückenlehne, diese sollte höher sein als die Schultern. Jetzt ruhig und tief ein- und auszuatmen.

Wandstellung

Dabei stellt sich der Patient mit dem Gesicht zur Wand und stützt die verschränkten Unterarme auf der Wand ab. Die Stirn legt er nun auf die Unterarme und versucht tief und ruhig ein- und auszuatmen. FAQ - Häufige Fragen zu Pflege bei COPD Welchen Pflegegrad bekommt man bei COPD? Zu Anfang erhalten COPD-Patienten häufig bereits Pflegestufe 2 bis 3. Bei Verschlechterungen ist aber auch eine Erhöhung zum Pflegegrad 4 oder 5 möglich. Was sind die ersten Symptome von COPD? Zu Anfang äußert sich COPD vor allem durch Husten, der morgens am schlimmsten ist, Atemnot auch bei kleineren Anstrengungen und Verschleimung der Atemwege. Was erleichtert COPD? Neben der Anpassung des Lebensstils und den medikamentösen und pflegerischen Maßnahmen hat sich auch die Langzeit-Sauerstofftherapie bei COPD-Patien...

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FAQ Section

Q: Welchen Pflegegrad bekommt man bei COPD? A: Zu Anfang erhalten COPD-Patienten häufig bereits Pflegestufe 2 bis 3. Bei Verschlechterungen ist aber auch eine Erhöhung zum Pflegegrad 4 oder 5 möglich.

Q: Was sind die ersten Symptome von COPD? A: Zu Anfang äußert sich COPD vor allem durch Husten, der morgens am schlimmsten ist, Atemnot auch bei kleineren Anstrengungen und Verschleimung der Atemwege.

Q: Was erleichtert COPD? A: Neben der Anpassung des Lebensstils und den medikamentösen und pflegerischen Maßnahmen hat sich auch die Langzeit-Sauerstofftherapie bei COPD-Patienten bewährt. Dabei erhalten sie zusätzlichen Sauerstoff über eine Nasensonde oder Nasenbrille, in selteneren Fällen auch über eine Mund-Nase-Maske. Der so zusätzlich zugeführte Sauerstoff wirkt sich bei vielen Betroffenen positiv auf die Lebensqualität aus.

Q: Wie beatmet man COPD-Patienten? A: So lange wie irgendwie möglich sollten Patienten nicht-invasiv mittels Nasensonde oder Mund-Nase-Maske beatmet werden. Diese Methode birgt ein geringeres Risiko für Infektionen und Folgeschäden als eine invasive Beatmung (Beatmung über Tubus oder Trachealkanüle).

Q: Wie hoch ist die Lebenserwartung mit COPD? A: Durchschnittlich verringert sich die Lebenszeit von COPD-Patienten um fünf bis sieben Jahre. Jemand, der also eine durchschnittliche Lebenserwartung von 80 Jahren hatte, wird mit COPD voraussichtlich nur 73 bis 75 Jahre alt.

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Andrea Russello - Gründer CareBoxx

Fachlich geprüft von Andrea Russello

Pflege-Experte & Gründer

Dieser Artikel wurde nach höchsten redaktionellen Standards verfasst und von unserem Pflege-Experten Andrea Russello inhaltlich sowie nach aktuellen Richtlinien (SGB XI) geprüft. CareBoxx garantiert unabhängige, verlässliche und praxisnahe Informationen für Pflegebedürftige und Angehörige.

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