Prävention im Alter
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Dekubitusprophylaxe: Druckgeschwüre verhindern

Umfassende und verlässliche Informationen für den Pflegealltag.

Dekubitusprophylaxe: So verhindern Sie Druckgeschwüre

Ein Dekubitus (Druckgeschwür) entsteht, wenn anhaltender Druck auf Körperstellen die Durchblutung des darunter liegenden Gewebes unterbricht. Das Gewebe stirbt ab zunächst als harmlos wirkende rote Stelle, die sich schnell zu einer tiefen, schmerzhaften Wunde entwickeln kann.

Dekubiti sind eine ernsthafte Komplikation bei bettlägerigen oder rollstuhlpflichtigen Menschen. Die gute Nachricht: Sie sind zu einem sehr großen Teil vermeidbar! Konsequente Prophylaxe ist die wichtigste Aufgabe in der häuslichen Pflege von immobilen Patienten.


Das Wichtigste in Kürze

  • Druckentlastung: Regelmäßige Umlagerung (alle 2 Stunden oder je nach Risikoeinschätzung) ist die wichtigste Maßnahme überhaupt.
  • Gefährdete Stellen: Steißbein, Fersen, Knöchel, Schulterblätter, Hinterkopf überall dort, wo Knochen nah unter der Haut liegen.
  • Hautschutz: Trockene, brüchige oder feuchte Haut (durch Inkontinenz) ist extrem gefährdet. Tägliche Hautpflege ist Pflicht.
  • Hilfsmittel: Wechseldruckmatratzen werden vom Arzt verordnet und von der Kasse bezahlt. Die 42€-CareBoxx liefert Ihnen die Bettschutzeinlagen und Handschuhe dazu.

1. Den Dekubitus erkennen (Einschätzung des Risikos)

Nicht jeder bettlägerige Patient entwickelt automatisch einen Dekubitus. Das Risiko hängt von mehreren Faktoren ab, die Pflegefachkräfte mit standardisierten Skalen (z. B. Braden-Skala) einschätzen.

Hochrisikopatienten sind:

  • Patienten, die sich selbst kaum oder gar nicht im Bett bewegen können (schwere Lähmung, Bewusstlosigkeit)
  • Untergewichtige Patienten (wenig schützendes Unterhautfettgewebe)
  • Patienten mit Inkontinenz (dauerhaft feuchte Haut wird 5-fach weicher und verletzlicher)
  • Diabetiker (schlechte Durchblutung und Wahrnehmung)
  • Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz oder COPD (schlechte Sauerstoffversorgung des Gewebes)

Frühzeichen: Schauen Sie beim täglichen Waschen gezielt auf alle knöchernen Körperstellen: Ist die Haut dort gerötet, und wird diese Rötung beim kurzen Drücken mit dem Finger nicht weiß (kein sogenanntes "Wegdrückbar-Zeichen")? Das ist ein Dekubitus Grad 1 und ein sofortiges Alarmsignal!

2. Lagerung: Die wichtigste Maßnahme

Das Ziel ist einfach: Kein anhaltender Druck auf einer Stelle. Dafür muss die Position des Patienten regelmäßig verändert werden.

Lagerungsplan (Beispiel):

  • 06:00 Uhr: Rückenlage
  • 08:00 Uhr: 30-Grad-Seitenlage (rechts)
  • 10:00 Uhr: Rückenlage
  • 12:00 Uhr: 30-Grad-Seitenlage (links)
  • ...und so weiter, auch nachts!

Die 30-Grad-Seitenlage: Der Patient liegt nicht auf der Hüftknochen-Seite (was wieder Druck erzeugt), sondern in einem Winkel von 30 Grad leicht zur Seite geneigt und mit Kissen stabilisiert.

Keinesfalls: Den Patienten auf den Fersen liegen lassen! Fersen müssen immer frei gelagert werden (z. B. durch ein Kissen unter der Wade). Niemals auf einem Heizkissen oder einem elektrischen Wärmekissen liegen lassen (erhöht Dekubitusgefahr enorm).

3. Hautpflege und Ernährung

Hautpflege:

  • Waschen Sie die Haut täglich mit milden, pH-neutralen Waschlotionen (keine harte Seife).
  • Cremen Sie trockene Hautareale (besonders Fersen und Schienbeine) täglich mit einer rückfettenden Lotion ein.
  • Bei Inkontinenz: Nach jedem Nasswerden die Haut reinigen und mit einer Schutzpaste (Zinkoxid) behandeln, um sie vor der ätzenden Wirkung von Urin zu schützen.

Ernährung: Der Körper braucht Baustoffe für die Haut. Eine Mangelernährung (Protein-, Vitamin-C- und Zinkmangel) ist ein eigenständiger Risikofaktor für die Entstehung von Dekubiti. Sorgen Sie für eine ausreichende Eiweißzufuhr (Quark, Eier, Fleisch, Hülsenfrüchte) und genug Flüssigkeit (1,5 bis 2 Liter am Tag).

4. Hilfsmittel: Was die Kasse bezahlt

  • Anti-Dekubitus-Wechseldrucksystem: Spezielle Matratzenauflagen oder komplette Matratzen, bei denen Luftkammern abwechselnd aufgeblasen und entlüftet werden, sodass der Druck automatisch wandert. Der Arzt verordnet das Gerät auf Rezept die Krankenkasse bezahlt!
  • Sitzringe aus dem Sanitätshaus: Falsch! Runde Sitzringe (Donuts) schnüren die Durchblutung rund um den Ring zusätzlich ab. Sie sind als Dekubitus-Prophylaxe absolut kontraindiziert.
  • Schaumstoff-Fersenschutzschuhe: Werden auf Rezept verordnet, um die Fersen komplett zu entlasten.

Ihre CareBoxx als tägliche Prophylaxe-Unterstützung

Die Dekubitus-Prophylaxe ist eine tägliche Aufgabe, die höchste Hygiene erfordert:

  • Die Haut des Patienten muss täglich inspiziert und gepflegt werden Einweghandschuhe schützen beim Cremen und Waschen.
  • Das Bett muss vor Feuchtigkeit (durch Inkontinenz) geschützt werden Bettschutzeinlagen (Einweg) schonen die Matratze und schaffen eine schnell wechselbare, hygienische Unterlage.
  • Die häufigen Umlagerungen erfordern viel Körperkontakt Händedesinfektion schützt Sie und den Patienten.

All diese Materialien werden von der Pflegekasse mit 42 Euro monatlich bezuschusst. CareBoxx liefert Ihnen Ihre individuelle Auswahl jeden Monat kostenfrei nach Hause.

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Andrea Russello - Gründer CareBoxx

Fachlich geprüft von Andrea Russello

Pflege-Experte & Gründer

Dieser Artikel wurde nach höchsten redaktionellen Standards verfasst und von unserem Pflege-Experten Andrea Russello inhaltlich sowie nach aktuellen Richtlinien (SGB XI) geprüft. CareBoxx garantiert unabhängige, verlässliche und praxisnahe Informationen für Pflegebedürftige und Angehörige.

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