Krankheitsbilder & Pflege
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Pflege bei Osteoporose

Umfassende und verlässliche Informationen für den Pflegealltag.

Pflege bei Osteoporose: Behandlung, Hilfsmittel, Leistungen


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Einleitung

Pflege bei Osteoporose: Behandlung, Hilfsmittel, Leistungen Hannelore Gießen M.Sc. (Apothekerin) Schreibt als Fachjournalistin für CareBoxx. ### Das Wichtigste in Kürze

Mit dem Älterwerden nimmt die Knochendichte ab. Das Risiko für einen Knochenbruch steigt. Wirbelkörper brechen am häufigsten, die Körpergröße nimmt ab. Osteoporose-Brüche treten auch am Oberschenkelhals oder am Handgelenk Eine Osteoporose kann nicht geheilt, aber gestoppt werden. Bewegung stärkt Muskeln und Knochen und verbessert die Koordination. Regelmäßig und ausgewogen essen hilft, die Knochensubstanz zu erhalten. Das Wichtigste in Kürze Was ist Osteoporose? Wie wird eine Osteoporose behandelt? Wenn Pflege nötig wird Hilfe durch die Pflegekasse Hilfsmittel bei Osteoporose Verwandte CareBoxx Ratgeber Häusliche Pflege Krankheitsbilder Pflege bei Diabetes Pflege bei Aggression Pflege bei ALS Pflege bei Arthrose Pflege bei Chorea Huntington Pflege bei COPD Pflege bei FOP Pflege ...


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Was ist Osteoporose?

Der Mineralgehalt der Knochen kann über eine Knochendichtemessung ermittelt werden. Unterschreitet er einen bestimmten Wert, spricht man von Osteoporose , im Volksmund auch als Knochenschwund bezeichnet. Damit steigt das Risiko für Knochenbrüche. In Deutschland sind rund sechs Millionen Menschen an Osteoporose erkrankt, vor allem Frauen. Genau lässt sich die Zahl allerdings nicht festlegen, da die Krankheit häufig unerkannt und auch unbehandelt bleibt.

Wie kommt es zu Osteoporose?

Familiengeschichte: Osteoporose liegt zum Teil auch in der Familie, d.h. es gibt Erbanlagen, die es begünstigen, dass jemand früher und stärker als andere an Osteoporose erkrankt. Hormonelle Veränderungen : Nach den Wechseljahren wird im Körper nur noch wenig Östrogen gebildet, Frauen haben dann ein deutlich höheres Risiko, eine Osteoporose zu bekommen. Im Durchschnitt beschleunigt sich der Knochenabbau ab dem 50. Lebensjahr. Geringes Körpergewicht : Menschen mit leichtem Körperbau oder Menschen, die an Magersucht erkrankt waren oder sind, haben meist weniger feste Knochen und erkranken eher an Osteoporose. Ernährung: Fehlt es in jungen Jahren an Kalzium und an Vitamin D, kann der Körper kein stabiles Knochengerüst aufbauen. Ist die Osteoporose bereits da, schreitet sie bei mangelhafter od...

Wie bemerkt man Osteoporose?

Eine Osteoporose spürt man nicht. Oft macht sie sich erst bemerkbar, wenn es zu einem Knochenbruch kommt. Die Wirbelkörper brechen am häufigsten. Dann sackt die Wirbelsäule leicht ein, die Körpergröße nimmt ab. Manchmal verursacht ein Wirbelbruch Rückenschmerzen, die meist nach ein paar Wochen wieder verschwinden. Viele Menschen bemerken solche Brüche aber gar nicht. Wirbelbrüche verstärken oft die natürliche Krümmung der Wirbelsäule, die Kyphose. Brechen über die Jahre mehrere Wirbelkörper, wölbt sich der obere Rücken, es bildet sich ein Rundrücken, ein „Buckel“. Andere typische Stellen für Osteoporose-Brüche sind die Handgelenke und der Oberschenkelhals. Vor allem bei Menschen über 80 Jahren sind davon betroffen. Oberschenkelhalsbrüche führen manchmal zur Pflegebedürftigkeit. Bei einer O...

Wie wird eine Osteoporose behandelt?

Eine Osteoporose lässt sich nicht heilen, aber therapieren. Mit Medikamenten kann die Krankheit abgebremst, ein schon vorhandener Knochenabbau jedoch nicht rückgängig gemacht werden. Grundlage jeder Therapie ist eine gute Versorgung mit Kalzium und mit Vitamin D . Der Kalziumbedarf wird am besten über die Ernährung gedeckt. Nur wenn über das Essen und die Getränke weniger als 1000 mg Kalzium täglich aufgenommen wird, sollte noch Kalzium über ein Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Zur Grundversorgung mit Kalzium und Vitamin D kommt manchmal eine spezifische medikamentöse Therapie hinzu, die Ihr Arzt individuell auf Sie abstimmt. Verschiedene Medikamente stehen dafür zur Verfügung. Inhalte dieses Abschnitts...

Medikamente, die den Knochenabbau bremsen

Bisphosphonate, wie Alendronat, Risedronat oder Zoledronat, bremsen den Knochenabbau. Die Medikamente können als Tablette eingenommen oder als Spritze gegeben werden – entweder täglich, wöchentlich, monatlich, einmal im Vierteljahr oder auch nur jährlich. 💡 Gut zu wissen: Bei der Einnahme eines Osteoporose-Medikaments sind – je nach Arzneimittel – unterschiedliche Anweisungen zu beachten. Tabletten sollen eine halbe Stunde vor dem Frühstück mit einem Glas Wasser erfolgt. Danach sollte sich der Patient nicht hinlegen, sondern mindestens eine halbe Stunde aufrecht sitzen oder stehen. Sonst kann die Speiseröhre gereizt werden. Bisphosphonate können auch alle drei Monate oder einmal jährlich gespritzt oder als Infusion gegeben werden. Daneben gibt es ein weiteres Medikament, das Denosumab, das d...

Medikamente, die den Knochenaufbau unterstützen

Parathormon ist ein Hormon des Kalzium- und Knochenstoffwechsels. Parathormon regt den Knochenaufbau an. Ein synthetisch hergestelltes Parathormon wird derzeit jedoch nur bei schwerer Osteoporose angewandt. Welche Medikamente gegen Osteoporose in Ihrem Fall oder für Ihren Angehörigen am besten geeignet sind, entscheidet Ihr Arzt nach Abwägen aller Vor- und Nachteile.

Die Wirbelkörper mit Zement stabilisieren – die Vertebroplastie

Sind bereits mehrere Wirbel gebrochen und verursachen deutliche Schmerzen, wird manchmal eine sogenannte Vertebroplastie oder eine Kyphoplastie angeboten. Dabei wird Knochenzement in den gebrochenen Wirbelkörper gespritzt, um ihn zu stabilisieren. Besprechen Sie gründlich mit Ihrem Arzt, ob das für Sie eine geeignete Maßnahme sein könnte, die jedoch erst in Frage kommt, wenn die Osteoporose schon weit fortgeschritten ist. Aktiv gegen Osteoporose Nicht nur Kalzium macht den Knochen stark, sondern auch die Muskulatur. Wenig beanspruchte Muskeln werden schlaff und üben kaum Druck und Zug auf die Knochen aus. Die Knochen bremsen die Kalkeinlagerung und verlieren an Masse. Fehlt der Bewegungsanreiz, bleibt das Kalzium der Nahrung also ungenutzt. Bewegung kräftigt nicht nur die Muskulatur, sonde...

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Wenn Pflege nötig wird

Schreitet eine Osteoporose fort, wird meist Unterstützung durch andere Menschen nötig.

Was müssen Betreuungspersonen beachten?

Besonders wichtig und oft unterschätzt, ist in diesem Stadium die Sturzprophylaxe. Selbst kleine Stöße reichen bei fragilen Knochen aus, um sie zum Brechen zu bringen. Beseitigung von Stolperfallen in der häuslichen Umgebung: Dazu gehören zum Beispiel lose Kabel und Teppiche, Türschwellen und ähnliches. Regelmäßige Bewegung und gezieltes Training sind in jedem Stadium der Erkrankung wichtig. Sie stärken Muskulatur und Knochen und verbessern Koordination und Trittsicherheit. Das schützt vor Brüchen und senkt das Risiko für Stürze. Unterstützung bei Gymnastik: Ermutigen Sie den Patienten oder die Patienten bei Übungen, die dazu beitragen, die Knochenfestigkeit zu erhalten. Durch geschicktes Heben und Tragen lässt sich die Wirbelsäule entlasten. 💡 Gut zu wissen: Lassen Sie sich den richtigen Be...

Die richtige Pflege zur richtigen Zeit

Wenn die Osteoporose wenig Probleme bereitet Der Patient/die Patientin benötigt kaum Unterstützung im Alltag. Bereits jetzt ist es aber sinnvoll, Hilfe anzubieten, zum Beispiel beim Wocheneinkauf. Außerdem sind regelmäßige Bewegung und eine Ernährung, die ausreichend Mineralien, Vitamine und Eiweiß bereitstellt, wichtig. Wenn schon Wirbel eingebrochen sind Die Knochendichte ist deutlich vermindert, ein oder mehrere Wirbel sind bereits gebrochen. Jetzt ist es besonders wichtig, Stürzen vorzubeugen. Vielleicht ist Ihr Angehöriger inzwischen auch weniger mobil und braucht Hilfe bei der Körperpflege oder im Alltag. Wenn die Osteoporose deutlich fortgeschritten ist Ihr Angehöriger hat schon mehrere Knochenbrüche erlitten, der Alltag fällt schwer. Die Körperpflege, das Zubereiten des Essens, die...

Hilfe durch die Pflegekasse

Die Voraussetzungen Der Antragsteller hat mindestens 2 Jahre lang, innerhalb der letzten 10 Jahre, Beiträge in die Pflegeversicherung eingezahlt bzw. kann eine Familienversicherung vorweisen. Die Selbstständigkeit ist im Alltag nachweisbar eingeschränkt. Der Pflegebedarf zeichnet sich für mindestens 6 Monate ab oder besteht dauerhaft. Inhalte dieses Abschnitts

Die Pflegegrade bei Osteoporose im Überblick

Pflegegrad 0: Der Patient hat noch keine Knochenbrüche erlitten, Schmerzen und Beschwerden treten noch nicht auf. Pflegegrad 1-2: Es liegt eine manifeste Osteoporose vor: Der Knochenschwund hat nun bereits zu ein bis drei Brüchen der Wirbelkörper geführt. Oft werden Patienten in diesem Stadium das erste Mal durch Schmerzen auf die Erkrankung aufmerksam. Pflegerade 3-5: Die Osteoporose ist deutlich fortgeschritten: Die Patienten haben bereits mehrere Brüche der Wirbelkörper erlitten. Das Skelett verändert sich deutlich, Schmerzen nehmen zu, die Bewegung ist eingeschränkt, der Alltag mühsam....

Was übernimmt die Pflegekasse bei Osteoporose?

Die Pflege eines Osteoporose-Patienten, besonders eine intensive Pflege, ist mit hohen Kosten verbunden, selbst wenn sich pflegende Angehörige mit einbringen. Bei der häuslichen Pflege oder bei der Unterbringung in einem Pflegeheim beteiligt sich die Pflegekasse an vielen Leistungen. Osteoporose-Pflege zu Hause: Auch im fortgeschrittenen Stadium können Patienten mit der richtigen Versorgung in den eigenen vier Wänden bleiben. Unterstützung erhalten Patienten und ihre Angehörigen durch das Pflegegeld und Pflegesachleistungen , die beiden Säulen der häuslichen Pflege. Während das Pflegegeld zur freien Verfügung steht, sind Pflegesachleistungen ausschließlich für die professionelle Pflege durch den ambulanter Pflegedienst vorgesehen. Osteoporose-Pflege in einer Einrichtung: In einem weit fort...

Was muss ich tun, um Pflegeleistungen zu erhalten?

Den Pflegegrad-Antrag richten Sie an die Pflegekasse. Diese kümmert sich um alle Fragen und Anliegen rund um das Thema Pflege. Das Formular „Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung“ erhalten Sie direkt bei der Pflegekasse. Sie können es auch auf der Website vieler Krankenkassen oder auch den Verbraucherzentralen herunterladen. Sie können mit diesem Antrag sowohl Pflegegeld als auch Pflegesachleistungen beantragen. Sobald die Pflegekasse Ihren Antrag vorliegen hat, beauftragt sie den Medizinischen Dienst. Ein zugehöriger Gutachter, der sich mit Ihnen terminlich abstimmt, prüft und begutachtet Ihren Pflegebedarf bei Ihnen zu Hause, um Ihre Selbstständigkeit festzustellen. Die Pflegekasse hat danach 25 Arbeitstage Zeit, um über Ihren Antrag zu entscheiden. Am Ende steht fest, ob und welc...

Hilfsmittel bei Osteoporose

Hüftprotektoren (Schutzpolster) werden zusammen mit so genannten Hüftschutzhosen getragen. Dies sind spezielle Unterhosen, in deren Seitentaschen die Hüftprotektoren eingesteckt werden. Sie sollen Knochenbrüche bei einem Sturz verhindern. Orthesen oder elastische Bandagen stützen die Wirbelsäule, wirken Fehlhaltungen entgegen und können den Körper bei Schmerzen entlasten. Es gibt aktive und passive Orthesen. Die passive stützt und entlastet nur. Die aktive unterstützt eine aufrechtere Haltung und stärkt die Muskulatur. Adaptionshilfen wie z.B. Schuhanzieher, Strumpfanzieher, rutschfeste Unterlagen für den Tisch und Greifzangen. Hilfsmittel zur Erleichterung des Alltags wie z.B. spezielle Griffe im Bad, Toilettensitzerhöhung, Badewannenbrett, Duschstuhl und speziell angepasste Werkzeuge (Do...

Bei Sturzgefahr und nachlassender Gangsicherheit geben auch Gehhilfen zusätzlichen Halt – wann die Krankenkasse Rollator, Gehstock oder Krücken zahlt, lesen Sie im Ratgeber Gehhilfen auf Rezept.

Was übernimmt die Pflegekasse?

Für die Kostenübernahme des Hausnotrufsystems als Pflegehilfsmittel durch die Pflegekasse sind folgende Kriterien maßgeblich: Es liegt eine Pflegebedürftigkeit vor. Dies gilt bereits ab Pflegegrad 1 . Der Patient lebt allein oder überwiegend allein. Aufgrund des Gesundheitszustandes muss jederzeit mit einem Notfall gerechnet werden oder Dieses Kriterium greift auch, wenn der Patient mit einer Person lebt, die in einer Notsituation nicht für Hilfe sorgen könnte. In manchen Fällen kann auch ein Zuschuss vom Sozialamt beantragt werden. Die Kosten für ein Hausnotrufsystem können bei der Einkommenssteuer geltend gemacht werden. Häufige Fragen zum Thema Pflege bei Osteoporose Spürt man, ob man Osteoporose hat? Anfangs bemerkt man nichts von den schwächer und poröser werdenden Knochen. Deshalb so...

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FAQ Section

Q: Spürt man, ob man Osteoporose hat? A: Anfangs bemerkt man nichts von den schwächer und poröser werdenden Knochen. Deshalb sollte man sich untersuchen lassen, besonders wenn Osteoporose in der Familie liegt und man an Körpergröße eingebüßt hat. Osteoporose wird auch als „Stiller Dieb am Knochen“ bezeichnet, denn gerade zu Beginn gibt es kaum Anzeichen für eine Erkrankung. Vielleicht treten Rückenschmerzen auf. Doch die können viele Ursachen haben.

Q: Ist Osteoporose gefährlich? A: Osteoporose ist auch heute noch eine weit unterschätzte Erkrankung. Osteoporose betrifft das gesamte Skelettsystem und kann damit auch bestimmte Strukturen in den Zähnen angreifen. Wackelnde Zähne und Zahnausfall zählen ebenfalls zu den möglichen Folgen. Bei einer fortgeschrittenen Osteoporose können auch die inneren Organe leiden, da sie eingeengt und so in ihrer Funktion behindert werden.

Q: Muss ich Tabletten gegen Osteoporose nehmen? A: Als Basistherapie gilt bei Osteoporose eine gesunde Ernährung mit ausreichender Zufuhr von Kalzium und Vitamin D. Zusätzlich stehen zahlreiche Medikamente zur Verfügung, die entweder den zu starken Knochenabbau bremsen oder den Knochenaufbau fördern. Am häufigsten werden die so genannten Bisphosphonate verordnet. Sie hemmen diejenigen Zellen im Knochen, die für den Abbau zuständig sind. Oft ist auch eine effektive Schmerztherapie notwendig.Gut zu wissen: Eine Therapie muss immer über einen längeren Zeitraum erfolgen.

Q: Hilft eine Orthese gegen Osteoporose? A: Gegen den Knochenschwund an sich kann eine Orthese nichts ausrichten. Doch sie entlastet den angegriffenen Knochen, wirkt Fehlhaltungen entgegen und regt die aufrichtende Muskulatur an. So kann sie das Risiko für Wirbeleinbrüche und Frakturen deutlich senken und dem Entstehen von Folgeschäden entgegenwirken, wie einer Beeinträchtigung von Lunge, Magen oder den Nieren.

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Andrea Russello - Gründer CareBoxx

Fachlich geprüft von Andrea Russello

Pflege-Experte & Gründer

Dieser Artikel wurde nach höchsten redaktionellen Standards verfasst und von unserem Pflege-Experten Andrea Russello inhaltlich sowie nach aktuellen Richtlinien (SGB XI) geprüft. CareBoxx garantiert unabhängige, verlässliche und praxisnahe Informationen für Pflegebedürftige und Angehörige.

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