Fibromyalgie (Fibromyalgiesyndrom): Ursachen, typischer Verlauf & wirksame Behandlungsmöglichkeiten
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Einleitung
Fibromyalgie (Fibromyalgiesyndrom): Ursachen, typischer Verlauf & wirksame Behandlungsmöglichkeiten Kilian Wietschel Fachjournalist für Medizin und Gesundheit Aktualisiert 2026
Das Wichtigste in Kürze
Das Fibromyalgiesyndrom ist eine häufige Erkrankung und betrifft etwa 2 % der Bevölkerung. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Es handelt sich um eine funktionelle Störung und keine organische Krankheit. Die Kernsymptome des Fibromyalgiesyndroms sind langanhaltende, ausgedehnte Schmerzen in mehreren Körperregionen, Schlafstörungen und Erschöpfungsneigung. Die Psyche spielt sowohl bei der Entstehung als auch der Aufrechterhaltung des Fibromyalgiesyndroms eine Rolle und ist deshalb auch bei der Therapie von Bedeutung. Das Fibromyalgiesyndrom ist nicht heilbar. Der Leidensdruck von Betroffenen kann aber durch eine individuelle Therapie gelindert werden. Die Therapie beinhaltet vor allem bewegungsbasierte und psychotherapeutische Verfahren. Dieser Artikel gibt einen kompakten Über...
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Krankheiten-Übersicht
Global betrachtet gibt es 30.000 verschiedene Erkrankungen. Je nach Ausprägung und Verlauf können sie verschiedene Beschwerden hervorrufen und den Einsatz unterschiedlicher Therapieansätze nötig machen. Demenz Schlaganfall Herzinfarkt Diabetes Epilepsie Multiple Sklerose Krankheiten Hier sind weitere Beispiele: Demenz Diabetes Schlaganfall Dysphagie Nesselsucht Alzheimer Schuppenflechte Gicht Depression Dekubitus COPD Arthritis Polyarthritis Parkinson Infektionskrankheiten Chronische Wunden Osteoporose Herzinfarkt Epilepsie Frailty Syndrom Lungenfibrose Inkontinenz Stoma Psychische Erkrankung Aggression Angststörung Arthrose Multiple Sklerose MRSA Thrombose ALS Kinderdemenz Mukoviszidose Chorea Huntington Altersdepression Delir FOP Morbus Fabry Morbus Fahr...
Definition Was ist das Fibromyalgiesyndrom?
Der Begriff Fibromyalgie bedeutet übersetzt etwa Faser-Muskel-Schmerz. Umgangssprachlich wird sie fälschlich auch Weichteilrheuma genannt. Die bessere und heutzutage bevorzugte Bezeichnung ist Fibromyalgiesyndrom. Das Fibromyalgiesyndrom wurde in den Klassifikationskriterien der amerikanischen Fachgesellschaft für Rheumatologie (ACR-Kriterien 1990) als chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen und mindestens 11 von insgesamt 18 druckschmerzhaften tender points (siehe Symptome) definiert. Als chronisch, d. h. lange andauernd, gilt hier ein Zeitraum von mindestens drei Monaten. Es handelt sich dabei vordergründig um eine funktionelle Störung und keine organische Erkrankung. Ausgeprägte körperliche Schädigungen werden nämlich nicht beobachtet. Der Leidensdruck der Betroffenen ist ni...
Wie häufig ist das Fibromyalgiesyndrom?
Etwa 2 % der Erwachsenen in Deutschland leiden am Fibromyalgiesyndrom. Damit handelt es sich um häufige Erkrankung. Mehrheitlich sind Frauen zwischen 40 und 60 Jahren betroffen. Angebot
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Was sind die Symptome des Fibromyalgiesyndroms?
Die Kernsymptome des Fibromyalgiesyndroms sind: Chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen zusammen mit Schlafstörungen wie nicht-erholsamem Schlaf und einer ausgeprägten körperlichen und/oder geistigen Erschöpfungsneigung. Besonders oft von den Schmerzen betroffen sind die Wirbelsäule sowie die Bereiche, an denen die Muskeln in Sehnen übergehen, also vor allem in der Umgebung der Gelenke. Die Gelenke selbst sind in der Regel nicht schmerzhaft. Klassisch für das Fibromyalgiesyndrom sind die druckschmerzhaften tender points . ¡ Gut zu wissen: Tender points (englisch für empfindliche Punkte) sind umschriebene druckschmerzhafte Punkte, die vor allem an Muskel-Sehnen-Übergängen und Sehnenansätzen liegen. Insgesamt 18 solcher tender points sind beschrieben, die symmetrisch über den Körper ...
Wie ist der Verlauf des Fibromyalgiesyndroms?
Das Fibromyalgiesyndrom ist eine chronische Erkrankung und nicht heilbar. Bei dem Großteil der Betroffenen bleiben die Beschwerden langfristig bestehen. Nur bei einem kleinen Teil kommt es zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden. Ein Teil der Lebensqualität kann jedoch durch eine fachgerechte Behandlung zurückgewonnen werden. Insbesondere die Psyche spielt sowohl bei der Entstehung als auch bei der Aufrechterhaltung eine wichtige Rolle. Faktoren, die den Verlauf der Beschwerden ungünstig beeinflussen können, sind: negative Gedanken und Gefühle in Bezug auf die körperlichen Beschwerden, eine unangemessene Krankheitsverarbeitung mit z. B. übermäßiger Schonung, Depression oder unangemessene Reaktionen Angehöriger wie fehlendes Verständnis, aber auch übertriebene Unterstützung der Bet...
Was sind die Ursachen für das Fibromyalgiesyndrom?
Die Ursache für die Entstehung des Fibromyalgiesyndroms ist bisher (2022) nicht geklärt. Da familiäre Häufungen regelhaft beobachtet werden, wird eine genetische Veranlagung (Prädisposition) angenommen. Allerdings führt erst das Zusammentreffen einer Prädisposition mit Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit zu erkranken erhöhen, zum Ausbruch der Erkrankung. Folgend sind einige solcher Risikofaktoren aufgelistet, die mit dem Fibromyalgiesyndrom in Zusammenhang gebracht werden: Rauchen Übergewicht mangelnde körperliche Aktivität entzündlich-rheumatische Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis Vitamin-D-Mangel Stress im Alltag sexueller Missbrauch und körperliche Misshandlung in der Kindheit sowie sexuelle Gewalt im Erwachsenenalter depressive Störungen Zur Einordnung der Faktoren wird...
Diagnose Wie wird das Fibromyalgiesyndrom festgestellt?
Das Fibromyalgiesyndrom wird in erster Linie anhand einer ausführlichen Befragung zur Krankheitsgeschichte (Anamnese) sowie einer körperlichen Untersuchung festgestellt. Ziel der Diagnostik ist, typische Konstellationen von Symptomen und Risikofaktoren zu erkennen und andere Erkrankungen als mögliche Ursache der Beschwerden auszuschließen. Für die Anamnese können Fragebögen zum Einsatz kommen, die die Ausbreitung und Intensität der Schmerzen sowie weitere Symptome erfassen. Einige dieser Fragebögen sind standardisiert und ergeben einen Punktewert, der mit in die Beurteilung einfließt. In der körperlichen Untersuchung wird u. a. die Schmerzhaftigkeit der tender points geprüft sowie nach anderen möglichen Ursachen für die Beschwerden gesucht. Hierzu können des Weiteren Blutuntersuchungen und...
Wie wird das Fibromyalgiesyndrom behandelt?
Die Therapie des Fibromyalgiesyndroms ist von der Schwere der Erkrankung und etwaigen Begleiterkrankungen abhängig und sehr individuell. Das primäre Behandlungsziel ist die Unterstützung Betroffener im Umgang mit ihren Beschwerden und wenn möglich die Linderung dieser. Eine angemessene körperliche Ertüchtigung als auch eine geistige, seelische und soziale Aktivierung wie das Pflegen von Hobbys und Sozialkontakten sind wichtige Säulen der Therapie. Für den Erfolg der Behandlung ist deshalb das Eigenengagement der Betroffenen unerlässlich. Bei schweren Verläufen ist eine interdisziplinäre und multimodale Behandlung angezeigt. Das bedeutet, dass mehrere Therapeuten aus verschiedenen Fachrichtungen mit verschiedenen Therapieansätzen an der Behandlung beteiligt sind. Bestandteile einer multimod...
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Pflegehilfsmittel bei Fibromyalgiesyndrom
Bei Fibromyalgiesyndrom können verschiedene Pflegehilfsmittel eingesetzt werden, um den Pflegebedürftigen zu unterstützen und das Pflegepersonal zu entlasten. Im Folgenden finden Sie eine Liste mit einigen Pflegehilfsmitteln und ihrem Nutzen: Inhalte dieses Themas
1. Lagerungsrollen
Das Fibromyalgiesyndrom ist eine chronische Schmerzerkrankung, die sich auf den ganzen Körper auswirken kann. Patienten leiden unter Schmerzen, Verspannungen und Steifheit in Muskeln und Gelenken. Lagerungsrollen können eine hilfreiche Unterstützung für Patienten mit Fibromyalgiesyndrom sein, da sie eine gezielte Entlastung und Stützung der betroffenen Körperregionen ermöglichen. Beispiel: Durch die gezielte Platzierung der Lagerungsrollen können Druckstellen und Schmerzen vermindert werden, insbesondere im Bereich von Wirbelsäule und Gelenken. Zudem können Lagerungsrollen auch dabei helfen, eine bequemere Schlafposition zu finden und somit zu einem erholsameren Schlaf beitragen. Eine optimale Positionierung des Körpers kann außerdem Muskelverspannungen und damit verbundene Schmerzen reduz...
2. Pflegebett
Patienten mit Fibromyalgiesyndrom können aufgrund ihrer chronischen Schmerzen und Empfindlichkeit von besonderen Pflegemaßnahmen profitieren. Ein geeignetes Pflegebett kann dabei helfen, Druckstellen zu vermeiden und den Körper bestmöglich zu unterstützen. Beispiel: Das individuell anpassbare Liegesystem ermöglicht es, die Matratze je nach Bedarf zu verstellen, um eine ergonomische Liegeposition zu schaffen. Durch eine richtige Lagerung können Muskelverspannungen gelöst und der Körper entlastet werden, was zur Schmerzlinderung beitragen kann. Darüber hinaus können Pflegebetten auch mit speziellen Funktionen ausgestattet werden, die den Bedürfnissen von Patienten mit Fibromyalgiesyndrom gerecht werden. So können beispielsweise Massagefunktionen zur Lockerung der Muskulatur und zur Schmerzli...
3. Bettschutzeinlagen
Bettschutzeinlagen eignen sich besonders für Patienten mit Fibromyalgiesyndrom, da diese Erkrankung oft mit chronischen Schmerzen und Empfindlichkeit in verschiedenen Körperregionen einhergeht. Durch die Verwendung von Bettschutzeinlagen kann eine angenehme und schmerzfreie Liegeposition erreicht werden, da sie den Druck auf betroffene Körperbereiche reduzieren und eine weiche, gepolsterte Unterlage bieten. Beispiel: Die Einlagen sind in der Regel wasserdicht und schützen so die Matratze vor Verunreinigungen durch beispielsweise Schweiß oder inkontinente Patienten. Die Verwendung von Bettschutzeinlagen trägt somit zur Schmerzreduzierung und Hygiene bei und kann das Wohlbefinden von Patienten mit Fibromyalgiesyndrom verbessern....
4. Einweghandschuhe
Einweghandschuhe eignen sich besonders für Patienten mit Fibromyalgiesyndrom aufgrund ihrer hygienischen Eigenschaften. Patienten mit dieser Erkrankung leiden oft unter Schmerzen und Empfindlichkeit in verschiedenen Bereichen ihres Körpers, was dazu führen kann, dass sie empfindlicher auf Berührungen und Fremdpartikel reagieren. Beispiel: Einweghandschuhe können dazu beitragen, die Übertragung von Keimen, Bakterien oder Allergenen zu reduzieren und so das Risiko von Infektionen oder allergischen Reaktionen zu minimieren. Da Patienten mit Fibromyalgiesyndrom häufig an Fatigue-Symptomen leiden, kann es für sie auch schwieriger sein, häufige Reinigungs- und Desinfektionsaufgaben durchzuführen, um das Risiko einer Kontamination zu minimieren. Einweghandschuhe bieten eine einfache und schnelle ...
5. Desinfektionsmittel
Das Fibromyalgiesyndrom ist eine chronische Schmerzerkrankung, die oft mit einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen einhergeht. Desinfektionsmittel können in diesem Zusammenhang dazu beitragen, das Infektionsrisiko zu minimieren und somit potenzielle Auslöser von Schmerzen und Beschwerden zu reduzieren. Beispiel: Insbesondere eine regelmäßige Händedesinfektion kann dazu beitragen, die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern und somit das Wohlbefinden von Patienten mit Fibromyalgiesyndrom zu verbessern. Zudem können Desinfektionsmittel auch zur Reinigung von Oberflächen und Gegenständen genutzt werden, um eine möglichst keimfreie Umgebung zu schaffen. Dies kann dazu beitragen, das Risiko von Infektionen und somit von Schmerzepisoden zu minimieren. Daher können Desinf...
6. Digitale Pflegeanwendungen
Digitale Pflegeanwendungen können für Patienten mit Fibromyalgiesyndrom von Vorteil sein, da sie eine effektive Möglichkeit bieten, ihre Symptome zu verwalten und ihre Pflege zu optimieren. Beispiel: Mit Hilfe von digitalen Anwendungen können Patienten ihre Symptome verfolgen und Aufzeichnungen über ihre Schmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen und andere Symptome führen. Diese Daten können dann von Pflegekräften oder Ärzten verwendet werden, um die Behandlung zu optimieren und die Pflege anzupassen. Darüber hinaus können digitale Anwendungen Patienten dabei unterstützen, ihre Medikamenteneinnahme und andere Therapiemaßnahmen zu verfolgen. Viele digitale Anwendungen bieten auch Zugang zu Informationsressourcen und unterstützenden Gemeinschaften, die Patienten mit Fibromyalgiesyndrom helfen kö...
7. Notrufsysteme
Das Fibromyalgiesyndrom ist eine chronische Schmerzerkrankung, die mit einer Vielzahl von Symptomen einhergeht, einschließlich Müdigkeit, Muskelsteifheit und Schlafstörungen. Viele Patienten mit Fibromyalgie benötigen Unterstützung bei der Bewältigung ihrer täglichen Aufgaben und könnten in Notfällen Hilfe benötigen. Notrufsysteme können hierbei eine wichtige Rolle spielen, indem sie Patienten ermöglichen, in Notfällen schnell Hilfe zu rufen. Beispiel: Mit einem Notrufsystem können Patienten einen Knopf drücken, um eine Verbindung zu einem Callcenter oder einer Pflegekraft herzustellen, die dann schnell reagieren und notwendige Maßnahmen ergreifen können. Insbesondere in Notfällen, bei denen eine schnelle Reaktion erforderlich ist, können Notrufsysteme dazu beitragen, dass Patienten mit Fi...
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FAQ Section
Q: Wer stellt eine Fibromyalgie fest? A: Für das Fibromyalgiesyndrom gibt es nicht den Spezialisten. Die Diagnose kann sowohl von einem Hausarzt als auch von Ärzten aus anderen Fachrichtungen wie Rheumatologen, Neurologen, Psychiatern und Schmerzmedizinern gestellt werden.
Q: Wie wird eine Fibromyalgie festgestellt? A: Die Diagnose beruht auf einer ausführlichen Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung sowie dem Ausschluss anderer möglicher Ursachen der Beschwerden.
Q: Ist Fibromyalgie eine Nervenkrankheit? A: Die Ursache des Fibromyalgiesyndroms ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Die zentrale Schmerzverarbeitung sowie die Psyche scheinen aber eine besondere Rolle zu spielen.
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