Prävention im Alter
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Prophylaxen in der Pflege Eine aktuelle Übersicht

Umfassende und verlässliche Informationen für den Pflegealltag.

Prophylaxen in der Pflege Eine aktuelle Übersicht


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Einleitung

Prophylaxen in der Pflege Eine aktuelle Übersicht Melanie Thalheim Freie Journalistin, die sich auf verständliche Beiträge zu Medizin, Gesundheit und Pflege spezialisiert und diese Themen in die öffentliche Diskussion bringt. Aktualisiert 2026

Das Wichtigste in Kürze

Prophylaxen in der Pflege sollen die Risiken für Krankheiten, Komplikationen und Unfälle vermindern. Art und Dauer der Prophylaxen ist abhängig von der individuellen Situation des Pflegebedürftigen. Viele Maßnahmen werden in der Regel schon in der Grundpflege angewendet. Der Patient muss mit der Maßnahme einverstanden sein. Bewegung spielt bei den meisten Prophylaxen eine zentrale Rolle. Erkrankungen und Verletzungen vorbeugen, bevor sie entstehen das ist das Ziel von Prophylaxen in der Pflege. Dabei liegt eine besondere Verantwortung bei den pflegenden Personen, weil die Patienten in vielen Bereichen auf Unterstützung angewiesen sind. Nicht alle Prophylaxen sind für jeden Pflegebedürftigen sinnvoll. Das hängt immer von der individuellen Gesundheit und Lebenssituation ab. Welche Prophyla...


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Was ist die Prophylaxe?

In der Pflege bezeichnet man diejenigen Maßnahmen als Prophylaxe, die Krankheiten, Komplikationen, Unfälle und ihre Folgen verhindern sollen. Sie können entweder vom Pflegebedürftigen selbst als auch von einer pflegenden Person durchgeführt werden. ¡ Gut zu wissen: Was ist der Unterschied zwischen Prophylaxe und Prävention? Den Begriff Prophylaxe verwendet man ausschließlich im medizinischen oder pflegerischen Umfeld. Prävention oder Vorsorge finden auch in anderen Lebensbereichen Verwendung. Beispielsweise für präventive Maßnahmen im Straßenverkehr (Gurtpflicht, Geschwindigkeitsbegrenzung) oder finanzielle Vorsorge. Angebot In Kooperation mit deinePflege...

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Welche Prophylaxen gibt es in der Pflege?

In der ambulanten Pflege sind folgende Prophylaxen besonders wichtig: Aspirationsprophylaxe Dekubitusprophylaxe Exsikkoseprophylaxe Kontrakturprophylaxe Obstipationsprophylaxe Parotitisprophylaxe Pneumonieprophylaxe Sturzprophylaxe Thromboseprophylaxe Zystitisprophylaxe Delirprophylaxe Erkrankungen Prävention in der Pflege

Pneumonieprophylaxe

Bei einer Pneumonie handelt es sich um eine Entzündung der Lunge, die sowohl akut als auch chronisch auftreten kann. Die Ursache sind häufig Infekte, doch auch Allergien, Vorerkrankungen oder Beatmungen können Pneumonien auslösen. Durch die Pneumonieprophylaxe wirkt man dem Entstehen der Lungenentzündung entgegen. Als Maßnahmen bieten sich an: Strenge Einhaltung von Hygienemaßnahmen, Medikamente zum Sekretabtransport, Mobilisation und die Vermeidung von Aspiration.

Dekubitusprophylaxe

Als Dekubitus bezeichnet man eine Schädigung der Haut. Sie entsteht durch Druck und/oder Scherkraft. Umgangssprachlich nennt man einen Dekubitus auch Wundliegen. Die Hautschädigung zeigt sich vor allem an Körperstellen, an denen Knochen besonders hervortreten und wenig Fett und Gewebe vorhanden ist, beispielsweise am Hinterkopf oder am Kreuzbein. Hohes Alter, lange Liegezeiten, Fieber und eine verminderte sensorische Wahrnehmung erhöhen das Risiko besonders. Zur Dekubitusprophylaxe haben sich Maßnahmen bewährt, die den Druck verteilen, reduzieren oder sogar vermeiden....

Thromboseprophylaxe

Thrombosen entstehen, wenn sich durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) ein Blutgefäß verengt oder verschließt. Im schlimmsten Fall können dadurch lebensgefährliche Erkrankungen wie ein Herzinfarkt, eine Lungenembolie oder ein Schlaganfall entstehen. Besonders gefährdet sind bettlägerige Patienten, vor allem nach operativen Eingriffen oder schweren Infekten. Zur Thromboseprophylaxe gehören sowohl Mobilisation, Kompression als auch eine medikamentöse Behandlung.

Kontrakturprophylaxe

Eine Kontraktur ist eine Funktions- und Bewegungseinschränkung der Gelenke. Sie entsteht durch die Verkürzung oder Degenerierung von Sehnen, Bändern und Muskeln. Durch Kontrakturen können sich die Patienten oft nur noch sehr eingeschränkt bewegen, was weitere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann. Bei der Kontrakturprophylaxe werden vor allem zwei Maßnahmen umgesetzt: Mobilitätsförderung und Positionsunterstützung (Lagerung). 10.07.2025 Dekubitusprophylaxe: Wie beugt man Druckgeschwüren vor? Dekubitusprophylaxe: Wie beugt man Druckgeschwüren vor? Dipl. Ges. Oec. (FH) Jennifer Ann Lorenz Medizin- un... Mehr lesen 11.07.2025 Gedächtnistraining für Senioren: Übungen, Tipps & Vorteile für ein fittes Gehirn im Alter Gedächtnistraining für Senioren: Übungen, Tipps & V...

Soor- und Parotitisprophylaxe

Bei Soor (auch Soormykose oder Candidose) befällt ein Hefepilz die Mundschleimhaut und kann teils starke Schmerzen verursachen. Die Parotitis ist eine Entzündung der Ohrspeicheldrüse, die sich durch Beschwerden vor und hinter dem Ohr sowie im Kiefer bemerkbar macht. Beide Erkrankungen haben häufig eine verminderte Nahrungsaufnahme zur Folge. Um diesen und anderen Krankheiten im Mund- und Rachenraum entgegenzuwirken, dreht sich bei der Soor- und Parotitisprophylaxe alles um eine ausgiebige Mund- und Zahnpflege....

Sturzprophylaxe

Stürze haben bei älteren oder vorerkrankten Menschen oft unangenehme Langzeitfolgen, da die Knochen häufig nicht mehr so stabil sind. Die Sturzprophylaxe ist daher für alle Pflegebedürftigen wichtig. Es gibt eine Reihe von prophylaktischen Maßnahmen, um Stürze zu verhindern. Dazu zählen spezielles körperliches Training, Anpassung der häuslichen Umgebung, Versorgung mit Hilfsmitteln (u. a. Duschstuhl oder Aufstehhilfe ) und Verwendung von Gehhilfen. ¡ Gut zu wissen: Rund 40 Prozent der über 80-Jährigen stürzen mindestens einmal pro Jahr. Damit ist es die häufigste Unfall- und Todesursache im Haushalt. Eine gut durchdachte Sturzprophylaxe könnte einige dieser Fälle verhindern. Unser Tipp: Ein Hausnotrufsystem kann Entlastung und Sicherheit im Ernstfall bieten. Informieren Sie sich über passend...

Obstipationsprophylaxe

Eine Obstipation ist eine Verstopfung des Darms. Der Stuhlgang erfolgt dann nur noch alle drei bis vier Tage, er ist hart, trocken und knotig. Das kann sehr unangenehme Beschwerden wie Bauchschmerzen mit sich bringen. Da viele Pflegebedürftige zumindest zeitweise unter dem Problem leiden, sollten die entsprechende Obstipationsprophylaxe frühzeitig und regelmäßig erfolgen. Große Bedeutung kommt dabei der Ernährung, der Flüssigkeitszufuhr und der Bewegung zu.

Intertrigoprophylaxe

Bei der Intertrigo handelt es sich um eine Hautentzündung, die meist dadurch entsteht, dass Hautfalten aneinanderreiben. Übergewicht, Schwitzen, lange Liegezeiten und mangelnde Hygiene begünstigen die Erkrankung. Das Ziel der Intertrigoprophylaxe ist es, das Entstehen oder Fortschreiten der Hautentzündung zu vermeiden oder zu stoppen. Dafür benötigt der Patient oft Unterstützung bei der Hautpflege oder der Auswahl geeigneter Kleidung.

Dehydratationsprophylaxe

Eine Dehydration, also ein Flüssigkeitsmangel, betrifft viele Pflegebedürftige. Für die pflegenden Personen ist die Prophylaxe häufig gar nicht so einfach, weil vor allem ältere Menschen oft kein ausreichendes Durstgefühl mehr entwickeln. Hier hilft vor allem das regelmäßige Anbieten von Getränken, das Kontrollieren der aufgenommenen Flüssigkeitsmenge, Einsatz von Hilfsmitteln wie Schnabeltassen und der Ausschluss von Mund,- Zahn- oder Schluckbeschwerden.

Deprivations- und Habituationsprophylaxe

Deprivation ist die Entbehrung von körperlicher und emotionaler Zuwendung und/oder Sinnesreizen. Vor allem bettlägerige Patienten leiden darunter, wenn sie dauerhaft nur noch die vier Wände ihres Zimmers sehen und kaum mehr Ansprache oder Sinneseindrücke erleben. Die mögliche Folge darauf wird als Habituation beschrieben, also die Abnahme motorischer und geistiger Reaktionen. Als Prophylaxe eignen sich alle anregenden Maßnahmen, sei es körperlicher oder psychischer Art. Also soziale Kontakte, Berührungen, Sinneseindrücke wie bunte Einrichtungsgegenstände, Teilnahme an Gesprächskreisen, Feiern oder anderen Aktivitäten....

Aspirationsprophylaxe

Von einer Aspiration spricht man, wenn Nahrungsbestandteile nicht in die Speiseröhre, sondern in die Luftröhre geraten. Dies kann zu Luftnot und im schlimmsten Fall zum Ersticken führen. Wenn der Fremdkörper in die Lunge gelangt, kann eine Lungenentzündung die Folge sein. Prophylaktische Maßnahmen sind beispielsweise das Zerkleinern oder Verflüssigen von Nahrung, wenn Kau- oder Schluckbeschwerden bestehen.

Infektionsprophylaxe

Gelangen Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten in den Körper, kann es zu einer Infektion kommen. Bei Pflegebedürftigen bleiben Infektionen manchmal längere Zeit unentdeckt, weil die Patienten sich nicht selbst äußern oder eine veränderte Schmerz- und Körperwahrnehmung haben. Die Infektionsprophylaxe umfasst alle Hygienemaßnahmen, die Infektionen verhindern sollen, beispielsweise Desinfektion der Hände, von Flächen oder oft genutzten Gegenständen.

Malnutritionsprophylaxe

Eine ausgewogene, regelmäßige und ausreichende Nahrungsaufnahme ist die Grundvoraussetzung, damit unser Körper gut funktioniert. Bei Pflegebedürftigen muss besonders gut darauf geachtet werden, damit keine Mangelzustände und daraus resultierende Folgen auftreten. Dazu kommt, dass Patienten häufig nicht mehr in der Lage sind bestimmte Lebensmittel aufzunehmen oder richtig zu verwerten. Dann müssen geeignete Alternativen gefunden werden, etwa Flüssignahrung oder Infusionen. ¡ Gut zu wissen: Um relativ schnell und einfach den Ernährungszustand eines Pflegebedürftigen einzuschätzen, eignet sich beispielsweise der Fragebogen Mini Nutritional Assessment . Auf ihm beantwortet der Pflegende einige Fragen zum Gesundheitszustand, der Lebenssituation und der Ernährung des Pflegebedürftigen. Am Schlus...

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Prophylaxen in der Pflege Anwendung & Dauer

Anwendung der Prophylaxen Die Herausforderung für die pflegende Person ist es, die geeigneten Prophylaxen zu finden und richtig anzuwenden. Viele Maßnahmen können relativ unkompliziert in die Grundpflege integriert werden. Beispielsweise eine nette Unterhaltung während man das Essen serviert und schneidet oder eine kleine Bewegungseinheit im Sessel, in der Zeit, in der das Zimmer gereinigt und das Bett frisch bezogen wird. Dauer der Prophylaxen Wie lange die Maßnahmen im Rahmen einer Prophylaxe angewendet werden sollten, ist abhängig von der individuellen Lebens- und Gesundheitssituation des Pflegebedürftigen. Einige Prophylaxen müssen mehrmals täglich angewendet werden, unter anderem die Dehydratationsprophylaxe oder die Deprivationsprophylaxe (Langzeitprophylaxen). Andere nur für eine be...

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FAQ Section

Q: Was sind die wichtigsten Prophylaxen? A: Das kommt ganz individuell auf die pflegebedürftige Person an. Meist ist ein Zusammenspiel mehrerer Prophylaxen sinnvoll. Eine Maßnahme, die viele Prophylaxen verbindet, ist die Bewegung. Sie vermindert das Risiko Dekubitus, Thrombose, Obstipation und Intertrigo zu entwickeln und wirkt sich positiv auf die seelische und körperliche Wahrnehmung aus. Auch ein stabiler Flüssigkeitshaushalt und eine gute Ernährung gehören zu den Grundvoraussetzungen, um die Gesundheit des Pflegebedürftigen zu erhalten.

Q: Welche Prophylaxen bei Bettlägerigen? A: Auch Menschen, die ihre Zeit weitestgehend im Bett verbringen, profitieren von pflegerischen Prophylaxen. Dabei ist das Ziel, den Ist-Zustand zu erhalten oder sogar zu verbessern. Typische Begleiterscheinungen der Bettlägerigkeit wie Dekubitus, Thrombose, Deprivation, Obstipation können durch prophylaktische Maßnahmen verhindert werden.

Q: Welche Prophylaxen sind für die Betreuungskraft besonders wichtig? A: In der häuslichen Pflege kann man nicht immer alle Maßnahmen anwenden. Allerdings gibt es einiges, was täglich gewährleistet sein sollte: Bewegung im Rahmen der körperlichen Möglichkeiten, gesunde, ausreichende und geeignete Nahrung und Flüssigkeitszufuhr, übliche Hygienemaßnahmen sowie soziale Ansprache.

Q: Warum sind Prophylaxen für das pflegerische Handeln so wichtig? A: Pflegebedürftige Personen sind auf das Wohlwollen ihrer Angehörigen oder Pflegekräfte angewiesen. Dazu gehört, Gefahren und Risiken für die Gesundheit abzuwehren. Prophylaktische Maßnahmen in der Pflege können Erkrankungen verhindern, bevor sie entstehen, somit viel Leid vermeiden und in einigen Fällen sogar lebensrettend sein.

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Andrea Russello - Gründer CareBoxx

Fachlich geprüft von Andrea Russello

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Dieser Artikel wurde nach höchsten redaktionellen Standards verfasst und von unserem Pflege-Experten Andrea Russello inhaltlich sowie nach aktuellen Richtlinien (SGB XI) geprüft. CareBoxx garantiert unabhängige, verlässliche und praxisnahe Informationen für Pflegebedürftige und Angehörige.

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