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PG 17 - Hilfsmittel zur Kompressionstherapie

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PG 17 – Hilfsmittel zur Kompressionstherapie: Definition, Anwendung und Kostenübernahme


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Einleitung

PG 17 – Hilfsmittel zur Kompressionstherapie: Definition, Anwendung und Kostenübernahme Das Wichtigste in Kürze Eine Kompressionstherapie hat das Ziel, das Venensystem zu entlasten und Beschwerden durch Wassereinlagerungen zu reduzieren. Es gibt eine Vielzahl an Produkten für die Kompressionstherapie – dazu zählen Kompressionsstrümpfe, Bandagen, Armstrümpfe sowie spezielle Geräte. Hilfsmittel zur Kompressionstherapie befinden sich im GKV-Hilfsmittelverzeichnis in der Kategorie 17. Viele Hilfsmittel zur Kompressionstherapie werden maßgeschneidert. Bei Menschen, die aus medizinischen Gründen auf die Produkte angewiesen sind, bezahlt die Krankenkasse die Hilfsmittel. Unter g...

Was ist eine Kompressionstherapie?

Die Kompressionstherapie ist ein in der Phlebologie (Venenheilkunde) sehr häufig eingesetztes Behandlungsverfahren. Das Prinzip, das dahintersteht, ist sehr einfach: Mit kontrolliertem Druck von außen wird das Gewebe und das darin liegende Venensystem angesprochen. Auf diese Weise reduziert sich der Durchmesser der Venen – die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes in den Venen steigt an. Genau das optimiert den Rückfluss zum Herzen und entlastet das Venensystem. Die Absenkung des Blutdrucks im Venensystem ist beispielsweise bei der chronischen venösen Insuffizienz besonders hilfreich – hier ist der Blutdruck in dem System nämlich stark erhöht. Die Beschleunigung des Blutflusses fördert auch den Abbau von Blutgerinnseln und beugt Venenthrombosen vor. Durch den reduzierten Durchmesser können d...


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Kompressionstherapie: Hilfsmittel im Überblick

Damit die Kompressionstherapie die gesetzten Ziele erreicht, also beispielsweise das Venensystem entlastet, einer Venenthrombose vorbeugt oder Ödeme zurückgehen, müssen Mediziner das jeweils richtige Hilfsmittel für die Patienten wählen. Hier ist vor allem ausschlaggebend, welche Art von Beeinträchtigung vorliegt, wie stark diese ist und in welchem Körperteil sie auftritt. Die Hilfsmittel, die für die medizinische Kompressionstherapie vorgesehen sind, unterscheiden sich von den Bandagen. Hier ist das Anwendungsziel eine Komprimierung und/oder Stabilisierung oder Bewegungslenkung sicherzustellen. Das Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes listet verschiedene Hilfsmittel zur Kompressionstherapie auf: Medizinische Kompressionsstrümpfe für Beine Medizinische Kompressionsstrümpfe für A...

1. Medizinische Kompressionsstrümpfe für Beine

Wenn Sie sich die Kategorie 17 „Hilfsmittel zur Kompressionstherapie“ im GKV-Hilfsmittelverzeichnis ansehen, stellen Sie schnell fest, dass es hier eine Vielzahl von Produkten gibt. Klassische Wadenstrümpfe, Halbschenkelstrümpfe, Schenkelstrümpfe, Strumpfhosen, Leggins, Radlerhosen, Caprihosen und Bermudahosen – der Auswahl sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Die Produkte unterscheiden sich allerdings nicht nur mit Blick auf die Passform. Mediziner wählen für ihre Patienten eine der vier Kompressionsklassen, bei denen folgende Druckwerte vorliegen: Klasse I (leicht): 2,4 – 2,8 kPA, 18 – 21 mmHg Klasse II (mittel): 3,1 – 4,3 kPA, 23 – 32 mmHg Klasse III (kräftig): 4,5 – 6,1 kPA, 34 – 46 mmHg Klasse IV (sehr kräftig): 6,5 kPA und größer, 49 mmHg und größer Eine weitere Unterscheidung gibt ...

2. Medizinische Kompressionsstrümpfe für Arme

Auch im Bereich der medizinischen Armprodukte existieren einige Unterscheidungen. Zunächst gibt es Armstrümpfe und Unterarmstrümpfe – wie die Bezeichnung bereits erahnen lässt, deckt der Unterarmstrumpf lediglich einen Teil der Extremität ab. Beide Varianten sind mit oder ohne Handteil erhältlich. Ähnlich wie bei den Kompressionsprodukten für die Beine gibt es auch mit Blick auf die Arme verschiedene Druckwerte. Kompressionsklassen bei medizinischen Kompressionsstrümpfen für die Arme: Klasse I (Leicht): 2,0 – 2,8 kPA, 15 – 21 mmHg Klasse II (mittel): 3,1 – 4,3 kPA, 23 – 32 mmHg Klasse III (kräftig): 4,5 – 6,1 kPA, 34 – 46 mmHg Auch hier können die Produkte per Maßanfertigung in rundgestrickter oder flachgestrickter Ausführung bereitgestellt werden. Bei Produkten aus der Serienfertigung ric...

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3. Thorax-Lymphödem-Kompressionsbandage für den Leib/Rumpf

Das Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes erwähnt auch sogenannte Thorax-Lymphödem-Kompressionsbandagen. Diese sind zur Therapie von Lymphödemen vorgesehen. Die entsprechenden Kompressionsteile oder Kompressionssegmente setzen sich in der Regel aus einem Zweizug-Kompressionsmaterial zusammen und kommen am Oberkörper zum Einsatz. Der Mediziner entscheidet, je nach vorliegendem gesundheitlichen Ausgangszustand, welche Formen oder Ausführungen empfehlenswert sind. Womöglich verschreibt Ihnen Ihr Arzt eine Thorax-Lymphödem-Kompressionsbandage mit Ärmeln oder einen Kompressionsbody – vertrauen Sie hier auf die Expertise Ihres Mediziners. In den meisten Fällen ist bei der Versorgung mit dem Hilfsmittel zur Kompressionstherapie eine Maßanfertigung erforderlich – das Hilfsmittel wird als...

4. Lymphödem-Kompressionsbandage für den Kopf

Nicht nur für den Brustbereich, auch für den Kopf gibt es Lymphödem-Kompressionsbandagen. Bestehend aus Kompressionsteilen oder entsprechenden Segmenten kommen sie am Kopf oder Hals zum Einsatz. Die bestehenden Lymphödeme werden dabei mit einem Zweizuzug-Kompressionsmaterial behandelt. Das kann beispielsweise notwendig sein, wenn die venöse bzw. lymphatische Gefäßfunktion nach Operationen, Verletzungen oder Bestrahlungen geschädigt und im Rahmen von Ödemen angeschwollen ist. Ihr Mediziner kann hier grundsätzlich auf verschiedene Ausführungen zurückgreifen. Eine Kopfkompressionsbandage oder eine Kinnkompressionsbandage ist ebenso möglich wie eine Gesichtsmaske – in der Regel wird das Hilfsmittel für Sie individuell angefertigt. Auch hier ist eine kontrollierte Druckausübung wichtig – zwisch...

5. Hilfsmittel zur Narbenkompression

Verbrennungen, Verletzungen oder operative Eingriffe können unschöne, störende Narben hinterlassen. Die Kompressionsbehandlung soll eine glatte Narbenbildung ermöglichen und die entsprechende Haut weich und elastisch gestalten. Sie erfolgt nach Abheilung der Wunde. Dabei wird ein textiles Gewebe bzw. ein Gewirk aus Kurzzugmaterial gewählt, das die Körperpartie flächig umhüllt. Die Hilfsmittel können für Sie per Maß individuell angefertigt werden. Außerdem stehen Produkte aus der Serienfertigung zur Verfügung. Ihr Mediziner kann sich für Strümpfe, Ärmel, Teilkörperstücke oder Keloidkompressionsschienen entscheiden – der Oberflächendruck beträgt 20 bis 35 mmHg....

6. Apparate zur Kompressionstherapie

Eine Kompressionstherapie kann nicht nur mit auf der Haut aufgebrachten Materialien erfolgen – auch Geräte können den venösen Rückfluss steigern, zu einer Entstauung beitragen und die Durchblutung fördern. Das klappt beispielsweise am Fuß oder der Hand. Die Geräte verfügen entweder über ein Ein- oder Mehrstufensystem und bringen die entsprechende Körperregion mit wechselndem Druck in Berührung. Bei den sogenannten Mehrstufengeräten sind im Gegensatz zu den Einstufengeräten gleich mehrere übereinandergeschichtete oder nebeneinander angeordnete Luftkammern in die Macheten eingearbeitet. Das Gerät spricht jede Kammer direkt an. Die Einstufengeräte erzeugen den Druck in der gesamten Manschette und geben ihn gleichmäßig an die Extremität weiter. Diese speziellen Apparate kommen bei Menschen zum...

Wer benötigt Hilfsmittel zur Kompressionstherapie?

Ob eine Kompressionstherapie sinnvoll und notwendig ist, entscheidet Ihr Arzt. Es gibt viele mögliche Gründe für den Einsatz der Materialien oder Geräte. Dazu zählen unter anderem: Krampfadern (auch in der Schwangerschaft) Zustand nach chirurgischen Eingriffen an den Venen Venenleiden der unteren/ oberen Extremitäten Chronische Erkrankungen des Lymphgefäßsystems Wassereinlagerungen (Ödeme) Narbenbehandlung Zustand nach Verbrühungen oder Verbrennungen Stauungszustände

Hilfsmittel zur Kompressionstherapie: Kosten und Kostenübernahme

Wie viel ein Hilfsmittel für die Kompressionstherapie kostet, hängt von der Ausführung, der Größe und nicht zuletzt vom Hersteller ab. Mit den einzelnen Preisen müssen Sie sich jedoch nicht auseinandersetzen. Zumindest dann nicht, wenn Sie eine medizinische Begründung für den Einsatz des Hilfsmittels mitbringen. In diesem Fall übernimmt nämlich die Krankenkasse die Kosten für das Produkt. Sind Sie beispielsweise auf medizinische Kompressionsstrümpfe angewiesen, müssen Sie lediglich den gesetzlich geregelten Eigenanteil übernehmen – dieser beträgt 10 %, allerdings maximal 10 Euro je Hilfsmittel. Einen Überblick über die übernahmefähigen Hilfsmittel liefert Ihnen das Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes. Die Kategorie 17 „Hilfsmittel zur Kompressionstherapie“ listet verschiedene P...

Voraussetzungen für die Übernahme von Hilfsmitteln zur Kompressionstherapie

Die Krankenkasse übernimmt nur die Kosten für medizinisch notwendige Hilfsmittel. Damit stellen die Versicherer zum einen sicher, dass sie wirtschaftlich agieren. Zum anderen ist dieses Vorgehen wichtig, damit nur Menschen, die auf die Leistung angewiesen sind, diese erhalten. Das bedeutet natürlich, dass an die Kostenübernahme gewisse Voraussetzungen geknüpft sind. Dazu zählen: Sie haben Beschwerden oder einen triftigen Grund, der den Einsatz des Hilfsmittels rechtfertigt. Sie bringen eine entsprechende Diagnose mit, die das Hilfsmittel medizinisch notwendig erscheinen lassen, beispielsweise ein chronisches Venenleiden. Ihr Hausarzt oder Facharzt stellt Ihnen eine ärztliche Verordnung für das Hilfsmittel zur Kompressionstherapie aus....

So beantragen Sie ein Hilfsmittel zur Kompressionstherapie in 3 Schritten

Sie benötigen ein Hilfsmittel, dass Ihre Kompressionstherapie ermöglicht oder unterstützt? Dann ist die Krankenkasse genau der richtige Ansprechpartner für Sie. Bei der Beantragung sollten Sie jedoch auf einiges achten, damit Sie schnell und einfach an das Hilfsmittel kommen. 1. Schritt – Vereinbaren Sie einen Termin in der Arztpraxis: Ihr Hausarzt ist in der Regel gut über Ihren Gesundheitszustand informiert. Außerdem weiß er, welche Hilfsmittel für die Linderung von Beschwerden oder für Entlastung im Alltag sorgen können. Vielleicht ist Ihr Hausarzt aber (noch) nicht über Ihre Beschwerden informiert. In jedem Fall ist die Arztpraxis die erste Anlaufstelle, wenn es um die Beantragung eines Hilfsmittels geht. Ein Mediziner stellt Ihnen nämlich die erforderliche ärztliche Verordnung aus. Be...

Hilfsmittel zur Kompressionstherapie: 3 Tipps für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige

Das GKV-Hilfsmittelverzeichnis listet Hilfsmittel auf, die Sie im häuslichen Umfeld unterstützen. Dazu zählen auch Hilfsmittel zur Kompressionstherapie. Pflegebedürftige sind jedoch häufig körperlich eingeschränkt. Damit die Verwendung der Hilfsmittel trotzdem klappt, können unter anderem Angehörige helfen. Außerdem ist eine gute Einweisung wichtig. 1. Folgen Sie der Einweisung aufmerksam: Bevor Ihnen das Sanitätshaus das Hilfsmittel zur Kompressionstherapie herausgibt, erfolgt eine Einweisung. Hier lernen Sie, wie Sie beispielsweise die Strümpfe richtig anziehen und wie Sie eine materialschonende Reinigung sicherstellen. Ist eine nahestehende Person an der Pflege beteiligt, ist es empfehlenswert, sie mit zu dem Termin im Sanitätshaus zu nehmen. Treten später noch Fragen auf, ist das kein ...

FAQ Section

Q: Welche Hilfsmittel zur Kompressionstherapie gibt es? A: Strümpfe, Strumpfhosen, Bandagen, Armstrümpfe oder spezielle Geräte können die Kompressionstherapie unterstützen. Der Arzt informiert darüber, welches Produkt am besten geeignet ist.

Q: Wie funktioniert die Kompressionstherapie? A: Bei der Kompressionstherapie wird durch enganliegende spezielle Materialien Druck auf das Gewebe und das Venensystem ausgeübt. Das Venensystem wird so entlastet und Beschwerden wie Wassereinlagerungen können abnehmen.

Q: Wer übernimmt die Kosten für Hilfsmittel zur Kompressionstherapie? A: Bringen Betroffene eine hinreichende Begründung wie ein Venenleiden mit, bezahlt die Krankenkasse die Hilfsmittel zur Kompressionstherapie. Versicherte müssen dann lediglich den gesetzlich festgelegten Eigenanteil bezahlen.

Q: Wer verschreibt Hilfsmittel zur Kompressionstherapie? A: Hilfsmittel zur Kompressionstherapie wie Kompressionsstrümpfe können Hausärzte und Fachärzte verschreiben. Bei Venenleiden ist eine phlebologische Praxis ein guter Ansprechpartner.

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Andrea Russello - Gründer CareBoxx

Fachlich geprüft von Andrea Russello

Pflege-Experte & Gründer

Dieser Artikel wurde nach höchsten redaktionellen Standards verfasst und von unserem Pflege-Experten Andrea Russello inhaltlich sowie nach aktuellen Richtlinien (SGB XI) geprüft. CareBoxx garantiert unabhängige, verlässliche und praxisnahe Informationen für Pflegebedürftige und Angehörige.

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